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Jupiterbedeckung
durch den Mond am 15. Juli 2012

Am Morgen des 15. Juli 2012 erwartet uns ein seltenes astronomisches Ereignis: Die schmale Sichel des abnehmenden Mondes bedeckt Jupiter und seine Monde. Mond, Jupiter und Venus stehen hierbei im Goldenen Tor der Ekliptik, bestehend aus den beiden offenen Sternhaufen Plejaden und Hyaden, so dass sich ein spektakulärer Himmelsanblick ergibt.

Ablauf

Die Jupiterbedeckung nimmt den in der Tabelle dargestellten zeitlichen Verlauf. Die Ein- und Austrittszeiten des Planeten wurden für verschiedene Städte im deutschsprachigen Raum berechnet. Zu Gunsten einer besseren Übersichtlichkeit sind die Kontaktzeiten der Jupitermonde nicht angegeben. Die Zeiten beziehen sich auf den Planetenmittelpunkt.

Jupiterbedeckung durch den Mond am 15. Juli 2012
Stadt Eintritt Austritt
Kiel 3h54m 4h18m
Hamburg 3h51m 4h17m
Berlin 3h46m 4h20m
Hannover 3h48m 4h17m
Köln 3h46m 4h15m
Kassel 3h45m 4h17m
Leipzig 3h43m 4h18m
Dresden 3h41m 4h19m
Erfurt 3h43m 4h17m
Frankfurt / Main 3h42m 4h16m
Fürth 3h39m 4h17m
Saarbrücken 3h42m 4h14m
Stuttgart 3h39m 4h15m
Augsburg 3h36m 4h16m
München 3h35m 4h16m
Linz 3h34m 4h18m
Wien 3h33m 4h19m
Innsbruck 3h33m 4h16m
Zürich 3h36m 4h14m
Bern 3h35m 4h14m

Daten berechnet mit Calsky (www.calsky.de).

Zu Beginn des Ereignisses berührt der beleuchtete Ostrand des Mondes erstmals den Jupiter. Innerhalb einer knappen Minute schiebt sich die Mondscheibe über den Planet, bis er vollständig bedeckt ist. Im Teleskop ist das ein beeindruckender Anblick. Für das bloße Auge ist die fortschreitende Bedeckung als Helligkeitsabfall des Jupiter direkt am Mond erkennbar,bis der Planet mit der Mondsichel scheinbar verschmilzt..

Der Austritt Jupiters findet an der Westseite, also an der Nachtseite des Mondes, statt. Mit dem bloßen Auge und besonders mit optischen Hilfsmitteln ist die Nachtseite des Erdtrabanten als aschgraues Mondlicht, das aus von der Erde auf die Mondoberfläche reflektiertem Licht besteht, zu erkennen. Der Austritt ist wesentlich spektakulärer als der Eintritt:

Mit Beginn des Austritts erscheint der freigegebene Teil der Planetenscheibe als winziger Punkt, der mit fortschreitender Abnahme des Bedeckungsgrades innerhalb einer knappen Minute immer heller wird. Für das bloße Auge entsteht ein visueller Eindruck, der dem eines Diamantring-Effekts bei einer totalen Sonnenfinsternis ähnelt.

Die Bedeckungen der Jupitermonde sind mit denen von Sternbedeckungen identisch: Sie verschwinden und erscheinen am Mondrand abrupt ohne sichtbare Helligkeitszu- oder Abnahme. Sie werden deshalb hier nicht näher behandelt. Die Kontakte der Bedeckungen der Monde lassen sich nur beim Austritt mit Teleskopen deutlich beobachten, da sie beim Eintritt von der Mondsichel überstraht werden. Wegen der bereits eingetretenen Morgendämmerung sind hierfür mittlere bis große Teleskope erforderlich.

Die beiden Abbildungen zeigen den Mond mit Jupiter zu Beginn (oben) und zum Ende der Bedeckung (unten). Die Bilder gelten für Frankfurt am Main. In anderen Bereichen Mitteleuropas weichen die Kontaktpunkte geringfügig von den dargestellten ab.

Beginn der Jupiterbedeckung vom 15. Juli 2012

Ende der Jupiterbedeckung vom 15. Juli 2012

Grafiken erstellt mit Calsky (www.calsky.de).

Beobachtung

Da der Mond bei der Bedeckung relativ dicht über dem Horizont steht, benötigt man freie Sicht in Richtung Osten: Zu Beginn der Bedeckung steht der Mond in Bern 7,95 Grad über dem Horizont. In Frankfurt am Main erreicht er zum Bedeckungsbeginn bereits 10,9 Grad Horizonthöhe. In Hamburg steht der Mond zum Beginn der Jupiterbedeckung 14 Grad über dem Horizont.

Die Bedeckung von Jupiter selbst ist Dank der Helligkeit des Planeten mit dem bloßen Auge beobachtbar. Jedes noch so kleine auf ein Stativ montiertes Fernglas ermöglicht eine deutlichere Beobachtung als das bloße Auge.

Wesentlich detailliertere Beobachtungen erzielt man mit einem astronomischen Teleskop. Der Moment des Kontakts ist bei mittleren bis hohen Vergrößerungen wesentlich exakter beobachtbar.

Fotografie

Die Fotografie der Bedeckung ist bereits mit einfacher fotografischer Ausrüstung mit beeindruckenden Ergebnissen möglich. Prinzipiell eignet sich jede auf ein stabiles Stativ montierte Spiegelreflexkamera. Es lohnt sich in jedem Fall, mit Standard- und leichten Teleobjektiven die eigentliche Bedeckung mit dem Himmelsanblick des Goldenen Tors und Venus zu kombinieren.

Standardobjektive mit Brennweiten von 55-80 Millimeter können bereits den Fortschritt des Ein- und Austritts von Jupiter dokumentieren. Aufnahmen im Abstand einiger Sekunden lassen deutlich den Helligkeitsabfall Jupiters während des Eintritts erkennen. Besonders eindrucksvoll ist dies beim Austritt des Planeten am Ende der Bedeckung: Dieser findet am Westrand des Mondes statt, der vom Sonnenlicht unbeleuchtet ist. Belichtungen im Bereich weniger Sekunden zeigen den Erdschein mit Jupiter direkt am Mondrand, der den Eindruck eines Diamantring-Effekts bietet.

Brennweiten ab ca. 300 Millimeter können die Jupitermonde beim Austritt deutlich als Perlenschnur darstellen. Die Fotografie dieser Anordnung direkt neben dem Mond ist ein reizvolles Motiv für mittlere und lange Telebrennweiten. Hierbei darf ohne Nachführung nicht zu lange belichtet werden (maximal etwa eine halbe Sekunde), damit der helle Jupiter auf dem Foto die Monde nahe dem Planeten nicht überstrahlt.

Teleskope sind für Detailaufnahmen der Bedeckungsereignisse empfehlenswert. Hierbei lassen sich die Hauptwolkenbänder auf Jupiter zusammen mit Details des Erdmondes fotografieren. In diesem Zusammenhang werden Webcams spektakuläre Bilder vom Ein- und Austritt Jupiters bieten.