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Merkurtransit vom 9. Mai 2016

Datum: 09.05.2016

Zeit: 13h12m bis 19h30m MESZ

Ort: Berlin Siemensstadt

Optiken: 70/900 mm Skywatcher FH Refraktor und Fernglas TS 10*60 LE

Vergrößerungen: 28-fach, 36-fach und 100-fach (TeleVue Plössl 32mm, Super 25mm, Baader 9mm Genuine Ortho und Zenitspiegel)

Seeing: 4 - 5

Durchsicht: Sehr klarer Himmel mit gelegentlichen Quellwolken

Bei klarem Himmel mit nur wenigen Wolken trat die Sonne etwa 20 Minuten vor dem Merkurtransit hinter meinem Haus hervor. Erste Beobachtungen der Sonne zeigten ein mäßiges bis schlechtes Seeing, daran sollte sich auch bis zum Untergang der Sonne hinter dem Nachbarhaus gegen 19:30 Uhr nichts ändern.

Mit 28- und 36-facher Vergrößerung konnte der Eintritt Merkurs deutlich verfolgt werden. Es dauerte jedoch etwa eine Minute, bis sich die kleine von Merkur verursachte Delle eindeutig vom stark wabernden Sonnenrand abhob. Direkt beim 2. Kontakt glaubte ich auch eine Art schwarzen Tropfen zu erkennen, wegen des schlechten Seeings bin ich mir jedoch nicht sicher. Wieder dauerte es einige zehn Sekunden, bis sich eine eindeutige Lücke zwischen Merkur und Sonnenrand zeigte. An eine Ermittlung der genauen Kontaktzeiten war seeingbedingt nicht zu denken.

So dicht am Sonnenrand war bereits nach ein bis zwei Minuten Beobachtungspause eindeutig die Bewegung des Planeten relativ zum Sonnenrand zu erkennen. Die direkte Beobachtbarkeit der Planetenbewegung ist die eigentliche Faszination eines solchen Merkurtransits. Das Bild zeigt die Situation vier Minuten, nach dem Merkur den Sonnenrand von innen verlassen hat:

Merkur kurz nach Beginn des Transits

In kurzen Momenten ruhiger Luft war bei 100-facher Vergrößerung im 70/900er Merkur als kleines, rundes Scheibchen zu erkennen. Tendenziell nahm die Bildqualität jedoch mit abnehmender Vergrößerung zu. Letztendlich beobachtete ich nahezu ausschließlich mit 28-facher Vergrößerung, bei der Merkur die ganze Zeit über deutlich sichtbar waberte und meist etwas elongiert erschien. Dennoch konnte Merkur bei dieser Vergrößerung eindeutig von Sonnenflecken unterschieden werden.

Das Ereignis sollte sich auch als Test meines neuen 10*60-Fernglases erweisen. Freihändig war auf der Sonne nichts zu erkennen. Auf einem Stativ montiert, mussten sich meine Augen zunächst an die enorme Helligkeit der Sonne trotz visuellem Sonnenfilter gewöhnen.

Zunächst erkannte ich die kleine, fast zentrale Sonnenfleckengruppe nördlich des Sonnenäquators. Etwas später war dann auch Merkur als sternförmiger, schwarzer Punkt zu sehen. Er war zwar deutlich zu erkennen, jedoch nur anhand der Kenntnis der Position auf der Sonne von einem Sonnenfleck zu unterscheiden. Einmal mehr war ich erstaunt, was ein Fernglas bereits leistet.

Wettermäßig kann ich insgesamt nicht klagen. Den größten Teil des Transits konnte ich nahezu unbeeinträchtigt beobachten. Nur die meisten der wenigen, dichten Wolken zogen ausgerechnet genau im Bereich der Ekliptik über den Himmel…

Der Merkurdurchgang war für mich auch ein Lehrbeispiel für den sinnvollen Umgang mit Vergrößerungen. Weniger ist da oft mehr. Man sollte stets dem Lehrsatz, für eine bestmögliche Bildqualität nur so stark zu vergrößern, dass das gewünschte Detail gerade eben eindeutig erkennbar ist, folgen.

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